Planung in Newsrooms
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Die meisten Redaktionen können Ihnen sagen, wie viele Themen sie letzte Woche veröffentlicht haben. Noch weniger können beschreiben, wie sich diese Ausgabe für ihre Leser angefühlt hat. Ob die Mischung aus Tönen, Oberthemen und Formaten den verschiedenen Lesern zu verschiedenen Zeitpunkten diente oder ob der Nachrichtenzyklus alles in Richtung Gleichförmigkeit gezogen hat. Das ist kein Veröffentlichungsproblem. Es ist ein Problem der Planung. Und es ist einer der folgenreichsten blinden Flecken im modernen Nachrichtenmanagement. 

Was das Fernsehen vor langer Zeit herausgefunden hat 

Bei einem kürzlichen Treffen europäischer Verleger machte Gregor Landwehr von Highberg, Co-Leiter von Drive, einem Datenverbund von mehr als 30 deutschsprachigen Verlegern, eine Aussage, die man sich ausleihen kann. 

"Es ist kein Naturgesetz, dass Nachrichten um acht Uhr abends ausgestrahlt werden", sagte er. "Das ist eine bewusste Produktentscheidung, die so lange wiederholt wurde, bis sie zur Gewohnheit wurde." 

Die Daten zeigen, dass digitale Verlage das Gleiche tun können, aber nur, wenn sie es planen. Die Bedürfnisse des Publikums folgen erkennbaren Mustern: Morgens sind Tiefgang und Kontext gefragt, mittags schnelle Aktualisierungen und praktische Antworten, abends eher Themen, die eine Perspektive bieten oder eine mentale Pause. Im Laufe der Woche werden montags leichtere Inhalte bevorzugt, in der Wochenmitte ist der Appetit auf harte Nachrichten größer und am Freitagnachmittag geht es um die Planung des Wochenendes. 

Es geht nicht darum, jede Stunde zu planen. Es geht darum, einen Content-Pool aufzubauen, der Ihr Publikum in den wichtigen Momenten erreicht, und zwar so konsequent, dass es zur Gewohnheit wird, sich darauf zu verlassen. 

TV-Programmplaner haben Ausgewogenheit schon immer als Produkt behandelt. Ein hartes Nachrichtensegment, ein Thema von menschlichem Interesse, dann Sport - das ist eine Abfolge, die darauf ausgelegt ist, die Aufmerksamkeit über eine ganze Sendung hinweg zu halten. Digitale Nachrichtenredaktionen verfügen über die Daten, um dasselbe zu tun. Den meisten fehlt jedoch die Planungsstruktur, um sie zu nutzen. 

Fangen Sie an, sie zu messen 

Gregors Ansatz ist bewusst praktisch gehalten. Sie brauchen nicht jede Stunde des Tages zu planen. Ein grober und umfassender Redaktionsplan reicht für den Anfang aus. 

  • Überlegen Sie, was Ihre Leser zu den wichtigsten Momenten des Tages und der Woche erwarten - Kontext am Morgen, Aktualisierungen am Mittag, Ausklang am Abend 
  • Bauen Sie zuerst Ihren Content-Pool auf - Sie können nur Inhalte planen oder personalisieren, die tatsächlich vorhanden sind 
  • Verlassen Sie sich nicht nur auf Daten, sondern kombinieren Sie diese mit Ihrer redaktionellen Erfahrung; daraus ergibt sich die Strategie 
  • Nutzen Sie Ihren redaktionellen Content Kalender, um diesen Pool den richtigen Momenten zuzuordnen

Das Ziel ist Konsistenz. Eine zuverlässige Mischung, die im Laufe der Zeit wiederholt wird, macht aus einem geplanten redaktionellen Ansatz eine Gewohnheit, an die sich Ihr Publikum gewöhnt. 

Wenn Sie nicht in der Lage sind, die Ausgewogenheit Ihres Outputs der letzten Woche zu beschreiben - nach Tonalität, Oberthema, Format oder Zielgruppe - dann führen Sie Ihre Redaktion blind. Das lässt sich beheben, und es erfordert keine Überarbeitung. Was Sie brauchen, ist Transparenz: eine Planungsebene, die Ihnen zeigt, was Sie im Laufe der Zeit produzieren, wo die Lücken sind und ob Ihr Mix Ihrem Publikum in den entscheidenden Momenten tatsächlich dient. 

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